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Cloud & Infrastructure 7 Min. Lesezeit

AWS-Kostenanalyse: Die 5 größten Kostenfallen und wie Sie sie finden

Überdimensionierte Instanzen, vergessene Snapshots und ungenutzte Elastic IPs — wir zeigen die häufigsten AWS-Kostenfallen und wie Sie systematisch Einsparpotenziale identifizieren.

devRocks Engineering · 28. März 2026 ·
AWS FinOps Cost Optimization Cloud
AWS-Kostenanalyse: Die 5 größten Kostenfallen und wie Sie sie finden

Die AWS-Rechnung wächst, aber niemand weiß genau warum. Ein typisches Szenario in Unternehmen mit organisch gewachsener Cloud-Infrastruktur. Die gute Nachricht: In fast jeder AWS-Umgebung schlummern 20–40% Einsparpotenzial — wenn man weiß, wo man suchen muss.

Die 5 häufigsten AWS-Kostenfallen

1. Überdimensionierte EC2-Instanzen

Der Klassiker: Eine m5.2xlarge läuft seit Monaten mit durchschnittlich 8% CPU-Auslastung. Das passiert, wenn Instanzen für Lastspitzen dimensioniert werden, die nie eintreten. AWS Cost Explorer und Compute Optimizer liefern hier konkrete Rightsizing-Empfehlungen basierend auf 14 Tagen CloudWatch-Metriken.

Typisches Einsparpotenzial: 30–50% der EC2-Kosten durch Wechsel auf passende Instanztypen und Graviton-Prozessoren.

2. Vergessene EBS-Snapshots und Volumes

Jedes Mal, wenn eine EC2-Instanz terminiert wird, bleiben die zugehörigen EBS-Snapshots bestehen — und kosten weiter Geld. In größeren Umgebungen summieren sich hunderte verwaiste Snapshots schnell auf vierstellige Monatsbeträge.

Quick Win: Ein einfaches Script, das alle Snapshots ohne zugehörige AMI oder Volume identifiziert, spart oft sofort dreistellige Beträge pro Monat.

3. Ungenutzte Elastic IPs und Load Balancer

Eine Elastic IP, die keiner laufenden Instanz zugewiesen ist, kostet 3,60 USD pro Monat. Klingt wenig — aber 50 vergessene EIPs sind 180 USD monatlich für nichts. Ähnlich verhält es sich mit Application Load Balancern, die noch existieren, aber keinen Traffic mehr routen.

4. Fehlende Reserved Instances und Savings Plans

On-Demand-Preise sind der teuerste Weg, AWS zu nutzen. Trotzdem laufen in vielen Unternehmen 80% der Workloads ohne jede Reservierung. Dabei bieten 1-Year No Upfront Reserved Instances bereits 30–40% Ersparnis — ohne Vorauszahlung und mit voller Flexibilität bei Convertible RIs.

5. Datenübertragungskosten

AWS Data Transfer ist einer der am häufigsten unterschätzten Kostentreiber. Daten zwischen Availability Zones kosten 0,01 USD/GB in beide Richtungen. Bei einem EKS-Cluster mit Cross-AZ-Traffic kann das schnell 500–1.000 USD pro Monat ausmachen.

Lösung: Topology-aware Routing in Kubernetes und VPC Endpoints für AWS-Services eliminieren einen Großteil des unnötigen Cross-AZ-Traffics.

Systematischer Ansatz statt Einzelmaßnahmen

Einzelne Quick Wins sind gut, aber nachhaltiges Kostenmanagement braucht Struktur. Ein bewährter Ansatz:

  • Tagging-Strategie: Jede Ressource bekommt Tags für Team, Projekt und Umgebung — Grundlage für Cost Allocation.
  • Monatliche Cost Reviews: 30-minütiges Review der Top-10-Kostentreiber mit konkreten Action Items.
  • AWS Budgets: Automatische Alerts bei 80% und 100% des geplanten Budgets pro Team oder Projekt.
  • Cost Anomaly Detection: AWS-eigener Service, der ungewöhnliche Kostenanstiege automatisch erkennt und meldet.

Der wichtigste Schritt ist der erste: Transparenz schaffen. Wer seine AWS-Kosten versteht, kann sie kontrollieren.

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