AWS Lambda
AWS Lambda ist ein Serverless-Dienst, der einzelnen Code als Reaktion auf Ereignisse ausführt. Du stellst keine Server bereit – AWS startet, skaliert und beendet die Ausführungsumgebung automatisch.
Was ist AWS Lambda?
AWS Lambda ist der zentrale Serverless-Compute-Dienst von AWS. „Serverless" bedeutet nicht, dass keine Server beteiligt sind – sondern, dass du dich nicht um sie kümmern musst. Du lädst lediglich deinen Code als Funktion hoch und definierst, durch welches Ereignis sie ausgelöst wird. AWS übernimmt alles Weitere: Bereitstellung der Ausführungsumgebung, Skalierung und das Herunterfahren nach getaner Arbeit.
Abgerechnet wird millisekundengenau und nur für die tatsächliche Ausführungszeit. Läuft eine Funktion nicht, entstehen keine Kosten. Für unregelmäßig genutzte Workloads ist das oft drastisch günstiger als ein dauerhaft laufender Server.
Wie funktioniert Lambda?
Eine Lambda-Funktion wird durch ein Ereignis (Event) ausgelöst. Typische Auslöser sind:
- HTTP-Anfragen: Über das Amazon API Gateway wird Lambda zum Backend einer Web- oder Mobile-Anwendung.
- Datei-Uploads: Ein neues Objekt in einem S3-Bucket startet automatisch eine Verarbeitung, etwa eine Bildoptimierung.
- Nachrichten: Einträge aus einer SQS-Warteschlange oder einem EventBridge-Ereignis werden verarbeitet.
- Zeitpläne: Wiederkehrende Aufgaben werden zeitgesteuert ausgeführt – ähnlich einem Cronjob.
Bei vielen gleichzeitigen Ereignissen startet AWS automatisch mehrere Instanzen der Funktion parallel. Diese horizontale Skalierung erfolgt ohne Zutun und ohne Konfiguration.
Vorteile von AWS Lambda
- Kein Server-Management: Keine Betriebssysteme, keine Kapazitätsplanung, keine Patches.
- Kosten nach Verbrauch: Bezahlt wird nur die tatsächliche Ausführungszeit – im Leerlauf entstehen keine Kosten.
- Automatische Skalierung: Von einer einzelnen Anfrage bis zu tausenden gleichzeitigen Ausführungen ohne manuelles Eingreifen.
- Schnelle Umsetzung: Kleine Funktionen für klar abgegrenzte Aufgaben sind in kurzer Zeit produktiv.
Grenzen von Lambda
Lambda ist nicht für jeden Workload geeignet. Eine Funktion hat eine maximale Laufzeit von 15 Minuten und ist daher ungeeignet für lang laufende Prozesse. Bei selten genutzten Funktionen kann ein sogenannter Cold Start eine kurze Verzögerung verursachen. Für Anwendungen mit konstant hoher Dauerlast ist ein Container- oder EC2-Setup oft wirtschaftlicher.
Lambda im Mittelstand
Lambda eignet sich hervorragend für klar umrissene Aufgaben: Webhooks verarbeiten, Bilder nach dem Upload optimieren, geplante Datenexporte ausführen oder leichtgewichtige APIs bereitstellen. Viele mittelständische Unternehmen beginnen genau mit solchen Bausteinen und entlasten damit bestehende Server. Wichtig ist, Lambda gezielt für die passenden Workloads einzusetzen, statt jede Anwendung erzwungen serverless zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen zu AWS Lambda
Lambda berechnet die Anzahl der Aufrufe und die Ausführungszeit in Gigabyte-Sekunden. Das monatliche Gratiskontingent umfasst eine Million Aufrufe. Viele kleine bis mittlere Workloads bleiben dadurch im Cent- bis niedrigen Eurobereich pro Monat.
Ein Cold Start entsteht, wenn eine Funktion nach längerer Inaktivität erstmals wieder aufgerufen wird und AWS die Ausführungsumgebung neu initialisieren muss. Das verursacht eine kurze zusätzliche Verzögerung. Bei häufig genutzten Funktionen oder mit Provisioned Concurrency lässt sich dieser Effekt minimieren.
Lambda eignet sich für ereignisgesteuerte, kurzlaufende Aufgaben mit schwankender oder seltener Last. EC2 ist sinnvoller bei dauerhaft hoher Auslastung, langlaufenden Prozessen oder wenn volle Kontrolle über das Betriebssystem nötig ist.
Ja. Eine Lambda-Funktion darf maximal 15 Minuten laufen. Für längere Verarbeitungen sind andere Dienste wie AWS Fargate, Batch-Verarbeitung oder EC2 die richtige Wahl.
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Kontakt aufnehmenZuletzt aktualisiert: Mai 2026