Cloud Migration
Cloud Migration bezeichnet den Prozess, IT-Systeme, Daten und Anwendungen von lokaler Infrastruktur in eine Cloud-Umgebung zu verlagern. Ziel ist höhere Skalierbarkeit, Kosteneffizienz und Ausfallsicherheit.
Was ist Cloud Migration?
Cloud Migration beschreibt den strategischen Umzug von IT-Workloads – Anwendungen, Datenbanken, Storage und gesamte Infrastruktur – aus einem lokalen Rechenzentrum in die Cloud. Für mittelständische Unternehmen in Deutschland ist dieser Schritt oft der wichtigste Hebel, um Betriebskosten zu senken, die Agilität zu steigern und Fachkräfteengpässe bei der Infrastruktur-Verwaltung zu entschärfen.
Eine Cloud Migration ist kein einzelnes Projekt, sondern ein mehrstufiger Prozess. Er beginnt mit einer Bestandsaufnahme, führt über die Strategieauswahl bis hin zur eigentlichen Verlagerung und anschließenden Optimierung. Richtig umgesetzt, reduziert eine Migration Hardware-Investitionen, verbessert die Disaster-Recovery-Fähigkeit und ermöglicht den Zugang zu modernen Cloud-Diensten wie Managed Databases oder Serverless Computing.
Die 6 Rs der Cloud Migration
AWS hat mit den „6 Rs" ein Framework etabliert, das bei der Strategieauswahl für jede Anwendung hilft. Diese sechs Ansätze sind heute branchenübergreifend anerkannt:
- Rehosting (Lift-and-Shift): Anwendungen werden 1:1 in die Cloud verschoben, ohne Code-Änderungen. Schnell umsetzbar, aber nicht optimiert.
- Replatforming (Lift-Tinker-and-Shift): Kleine Anpassungen wie der Wechsel auf eine Managed Database, ohne den Kern der Anwendung zu ändern.
- Refactoring: Die Anwendung wird für die Cloud neu architektonisch gestaltet – etwa als Microservices oder Container. Höchster Aufwand, aber größter Nutzen.
- Repurchasing: Wechsel auf eine SaaS-Lösung, z. B. von einem eigenen E-Mail-Server zu Microsoft 365.
- Retiring: Anwendungen, die nicht mehr benötigt werden, werden abgeschaltet.
- Retaining: Systeme, die aktuell nicht migriert werden können oder sollen, bleiben on-premises.
Lift-and-Shift vs. Refactoring – Was passt zum Mittelstand?
Für viele mittelständische Unternehmen ist Lift-and-Shift der pragmatische Einstieg. Ein Maschinenbauer mit einem ERP-System auf dedizierten Servern kann dieses zunächst als VM in AWS EC2 verschieben. Die Infrastruktur wird sofort elastischer, ohne dass das ERP-System selbst verändert werden muss. Refactoring lohnt sich dann für kundennahe Anwendungen wie Webshops oder Kundenportale, bei denen Skalierbarkeit und Performance geschäftskritisch sind.
Cloud Migration im Mittelstand: Herausforderungen
Mittelständische Unternehmen stehen bei der Cloud Migration vor spezifischen Herausforderungen:
- Compliance und Datenschutz: Die DSGVO erfordert, dass personenbezogene Daten innerhalb der EU verarbeitet werden. AWS Frankfurt (eu-central-1) und weitere europäische Regionen bieten hier rechtssichere Optionen.
- Legacy-Systeme: Viele Mittelständler betreiben über Jahre gewachsene Systeme, die nicht ohne Weiteres in Container verpackt werden können. Eine sorgfältige Analyse ist unerlässlich.
- Fachkräfte: Cloud-Know-how ist rar. Externe Partner wie devRocks können die Migration begleiten und internes Wissen aufbauen.
- Kostentransparenz: Ohne FinOps-Strategie können Cloud-Kosten schnell explodieren. Tagging, Budgets und regelmäßige Reviews sind Pflicht.
Typischer Migrationsprozess für ein mittelständisches Unternehmen
Ein typisches Migrationsprojekt bei einem Unternehmen mit 200–500 Mitarbeitenden dauert zwischen drei und zwölf Monaten und umfasst diese Phasen:
- Discovery & Assessment: Bestandsaufnahme aller IT-Assets, Abhängigkeiten und Datenflüsse.
- Strategieauswahl: Für jede Anwendung wird die passende Migrationsstrategie (6 Rs) festgelegt.
- Proof of Concept: Eine nicht-kritische Anwendung wird zuerst migriert, um Prozesse und Tools zu validieren.
- Migration in Wellen: Anwendungen werden gruppiert und in geplanten Wellen migriert.
- Optimierung: Nach der Migration werden Ressourcen richtig dimensioniert und Kosten optimiert.
Kosten einer Cloud Migration
Die Kosten einer Cloud Migration variieren stark. Für ein mittelständisches Unternehmen mit 10–30 Workloads liegen die Migrationskosten typischerweise zwischen 50.000 und 300.000 Euro – abhängig von der Komplexität. Dem stehen langfristige Einsparungen von 20–40 % bei den Infrastrukturkosten gegenüber, wenn die Cloud-Umgebung kontinuierlich optimiert wird.
Entscheidend ist, dass du die Total Cost of Ownership (TCO) betrachtest: nicht nur die reinen Infrastrukturkosten, sondern auch Personalaufwand, Lizenzkosten und den Wert gewonnener Agilität.
Welche Cloud-Anbieter eignen sich für den deutschen Mittelstand?
AWS, Microsoft Azure und Google Cloud bieten alle Rechenzentren in Deutschland oder Europa. AWS ist der Marktführer mit dem breitesten Service-Angebot. Azure punktet bei Unternehmen mit Microsoft-Ökosystem. Google Cloud ist stark im Bereich Datenanalyse und Machine Learning. Für regulierte Branchen gibt es zusätzlich souveräne Cloud-Angebote wie die Delos Cloud oder Stackit.
Häufig gestellte Fragen zu Cloud Migration
Eine typische Cloud Migration für ein mittelständisches Unternehmen mit 10–30 Workloads dauert zwischen drei und zwölf Monaten. Der Zeitrahmen hängt von der Komplexität der Systeme, der gewählten Migrationsstrategie und der Verfügbarkeit von Cloud-Expertise im Unternehmen ab.
Die Migrationskosten liegen für mittelständische Unternehmen typischerweise zwischen 50.000 und 300.000 Euro. Dem stehen langfristige Einsparungen von 20–40 % bei den Infrastrukturkosten gegenüber, sofern die Cloud-Umgebung kontinuierlich optimiert wird.
Ja, wenn du eine EU-Region wie AWS Frankfurt (eu-central-1) nutzt und die richtigen Konfigurationen triffst. Alle großen Cloud-Anbieter bieten europäische Rechenzentren und DSGVO-konforme Verträge zur Auftragsverarbeitung (AVV) an.
Lift-and-Shift verschiebt Anwendungen unverändert in die Cloud – schnell und risikoarm, aber ohne Cloud-Optimierung. Refactoring bedeutet, die Anwendung für die Cloud neu zu architektonisch gestalten, z. B. als Microservices. Höherer Aufwand, aber bessere Skalierbarkeit und niedrigere Betriebskosten.
AWS ist der Marktführer mit dem breitesten Service-Angebot und eignet sich für die meisten Szenarien. Azure ist ideal für Unternehmen mit starkem Microsoft-Ökosystem. Google Cloud punktet bei Datenanalyse und ML. Die Wahl hängt von bestehenden Technologien und spezifischen Anforderungen ab.
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Kostenlose ErsteinschätzungZuletzt aktualisiert: April 2026