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Amazon EC2

Amazon EC2 (Elastic Compute Cloud) stellt virtuelle Server – sogenannte Instances – on demand in der AWS-Cloud bereit. Du mietest Rechenleistung minutengenau, statt eigene Hardware zu beschaffen und zu betreiben.

Was ist Amazon EC2?

Amazon EC2 (Elastic Compute Cloud) ist der zentrale Compute-Dienst von AWS. Er liefert virtuelle Server, die in wenigen Minuten gestartet und ebenso schnell wieder beendet werden können. Statt monatelang auf gelieferte Hardware zu warten und in ein eigenes Rechenzentrum zu investieren, mietest du genau die Rechenleistung, die du gerade brauchst – abgerechnet pro Sekunde oder Stunde.

Für mittelständische Unternehmen ist EC2 oft der erste Berührungspunkt mit der Cloud. Bei einer Lift-and-Shift-Migration werden bestehende Anwendungen zunächst unverändert auf EC2-Instances verschoben. Die Infrastruktur wird dadurch sofort elastischer, ohne dass die Anwendung selbst angepasst werden muss.

Instance-Typen und Dimensionierung

EC2 bietet hunderte Instance-Typen, die für unterschiedliche Lastprofile optimiert sind. Die Auswahl der richtigen Größe – das sogenannte Rightsizing – entscheidet maßgeblich über Kosten und Performance:

  • General Purpose (z. B. M-Familie): Ausgewogenes Verhältnis von CPU, Arbeitsspeicher und Netzwerk – ideal für Webserver und Anwendungs-Backends.
  • Compute Optimized (C-Familie): Viel CPU-Leistung für rechenintensive Workloads wie Batch-Verarbeitung oder Build-Server.
  • Memory Optimized (R-Familie): Großer Arbeitsspeicher für In-Memory-Datenbanken und Caching.
  • Storage Optimized: Hoher lokaler Durchsatz für datenintensive Anwendungen.

Ein häufiger Fehler ist die Überdimensionierung: Server werden „auf Vorrat" zu groß gewählt. Mit Monitoring und regelmäßigen Reviews lässt sich die Größe an die tatsächliche Last anpassen.

Preismodelle und Kostenoptimierung

EC2 bietet mehrere Abrechnungsmodelle, deren geschickte Kombination die Infrastrukturkosten deutlich senkt:

  • On-Demand: Volle Flexibilität ohne Vertragsbindung – ideal für unvorhersehbare Lasten und Tests.
  • Savings Plans und Reserved Instances: Bis zu 72 % Rabatt im Gegenzug für eine Nutzungszusage über ein bis drei Jahre. Geeignet für planbare Grundlast.
  • Spot Instances: Bis zu 90 % günstiger durch Nutzung freier AWS-Kapazitäten – ideal für unterbrechbare Workloads wie Build-Jobs.

Eine durchdachte FinOps-Strategie kombiniert Savings Plans für die Grundlast mit Spot Instances für Lastspitzen.

Auto Scaling und Verfügbarkeit

EC2-Instances werden selten einzeln betrieben. Über Auto Scaling Groups passt AWS die Anzahl der Server automatisch an die aktuelle Last an. In Kombination mit einem Load Balancer und der Verteilung über mehrere Availability Zones entsteht eine ausfallsichere Architektur, die Lastspitzen abfängt und einzelne Hardware-Ausfälle ohne Downtime übersteht.

EC2 im Mittelstand: Wann ist es die richtige Wahl?

EC2 ist die richtige Wahl, wenn du volle Kontrolle über das Betriebssystem brauchst – etwa für Legacy-Anwendungen, spezielle Compliance-Anforderungen oder Software mit besonderen Lizenzbedingungen. Für neue, zustandslose Anwendungen sind oft Container-Dienste oder Serverless-Ansätze wie AWS Lambda wirtschaftlicher, weil sie den Verwaltungsaufwand reduzieren. Eine saubere Architektur-Beratung klärt vorab, welcher Dienst zu welchem Workload passt.

Häufig gestellte Fragen zu Amazon EC2

Die Kosten hängen von Instance-Typ, Region und Preismodell ab. Eine kleine General-Purpose-Instance kostet On-Demand in Frankfurt rund 30–50 USD pro Monat. Mit Savings Plans oder Reserved Instances lassen sich diese Kosten um bis zu 72 % senken, mit Spot Instances um bis zu 90 %.

EC2 stellt einen dauerhaft laufenden virtuellen Server bereit, den du selbst verwaltest. AWS Lambda führt nur einzelne Funktionen bei Bedarf aus, ohne dass du einen Server betreibst. EC2 eignet sich für dauerhafte Workloads und volle Betriebssystemkontrolle, Lambda für ereignisgesteuerte, kurzlaufende Aufgaben.

Ja. Wenn du EC2 in einer EU-Region wie Frankfurt (eu-central-1) betreibst und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit AWS abschließt, lässt sich EC2 DSGVO-konform einsetzen. Die Daten verbleiben dann physisch innerhalb der EU.

Starte mit einer moderaten Größe und beobachte über Monitoring die tatsächliche CPU- und Speicherauslastung. Auf dieser Basis passt du die Größe an – das sogenannte Rightsizing. Eine Überdimensionierung „auf Vorrat" ist der häufigste Kostentreiber bei EC2.

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Zuletzt aktualisiert: Mai 2026